Portrait, Elisabeth Amalie Eugenie, „Sisi“, Kaiserin Elisabeth von Österreich

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Das Leben der Kaiserin

Elisabeth Amalie Eugenie, Sisi, Kaiserin von Oesterreich

Elisabeth Amalie Eugenie, Sisi, Kaiserin von Oesterreich

Elisabeth entstammt der Linie der Herzöge in Bayern und war die zweite Tochter des Herzogs Max Joseph in Bayern (1808–1888) und seiner Frau, Prinzessin Ludovika Wilhelmine (1808–1892), Tochter des bayerischen Königs Maximilian I. und dessen zweiter Gemahlin Prinzessin Karoline Friederike Wilhelmine von Baden. Tauf- und Namenspatin war Elisabeths Tante, Prinzessin Elisabeth Ludovika von Bayern, Gemahlin des Königs von Preußen, die, wie auch Elisabeths spätere Schwiegermutter Erzherzogin Sophie, eine Schwester ihrer Mutter Ludovika war.
Geschwister Sisis (Sophie, Max Emanuel, Karl Theodor, Helene, Ludwig, Mathilde und Marie)

Elisabeth wurde im Herzog-Max-Palais (1936 zerstört, ab 1937 Neue Reichsbank, heute Bundesbank-Bayern) in der Münchner Ludwigstraße geboren und wuchs dort mit ihren Geschwistern auf. In den Sommermonaten residierte die Familie in Schloss Possenhofen am Starnberger See, wo sie eine unbeschwerte Kindheit verbrachte. Ihre Eltern hatten keinerlei Verpflichtungen am königlich-bayerischen Hof. Elisabeth soll als Kind und Jugendliche eher wenig Interesse dem Lernstoff gewidmet haben. Sie soll eher unruhig gewesen sein und konnte wenige Zeit still sitzen. Die bessere Beziehung soll sie wie alle ihre Geschwister zu ihrem Vater gehabt haben. Er erlaubte ihr oft vom Unterricht fern zu bleiben, und dafür mit ihm ihren Hobbys nachzugehen. Zu ihren Hobbys gehörten Reiten, Zeichnen und das Schreiben von Versen. Zu ihren Geschwistern hatte Sisi, bis zu einem Streit mit ihrer Schwester Marie, ein sehr gutes Verhältnis. Eine besondere Beziehung soll sie zu ihrem Bruder Karl Theodor, der von der Familie „Gackel“ genannt wurde, gehabt haben.

Verlobung in Bad Ischl und Heirat in Wien

Elisabeth Amalie Eugenie, Sisi, Kaiserin von Oesterreich

Elisabeth Amalie Eugenie, Sisi, Kaiserin von Oesterreich

Kinder und Erziehung

Ein knappes Jahr nach der Hochzeit, Elisabeth war nun 17 Jahre alt, gebar die junge Kaiserin ein Mädchen, das nach Franz Josephs Mutter Sophie Friederike getauft wurde. Im nächsten Jahr wurde die Tochter Gisela geboren. Obwohl es Mädchen waren, die nicht auf ihre Aufgaben als künftiger Regent vorbereitet werden mussten, durfte Sisi die Kinder nicht in ihrer Obhut behalten. Sie habe sie zwar geboren, aber für die Erziehung sei sie zu jung, erklärte Sophie und entzog die Kinder dem Einfluss der Mutter. Wenn sie ihre Kinder sehen wollte, hatte sie ihre Schwiegermutter um Erlaubnis zu fragen. Sophie war während der Zusammentreffen Elisabeths und ihrer Töchter immer anwesend.

Erst auf einer gemeinsamen Reise, weit weg vom Einfluss Sophies, erreichte Elisabeth endlich, dass sich der Kaiser für seine Frau einsetzte und sie mehr Einfluss auf die Erziehung der Kinder erhielt. Auf einer Reise durch Ungarn erkrankten beide Töchter an Durchfall und Fieber. Die zehn Monate alte Gisela war bald wieder gesund, die zweijährige Sophie jedoch starb.

Kaiserliche Familie in Gödöllő, um 1870

Elisabeth brachte im Jahre 1858 den Kronprinzen Rudolf Franz Karl Joseph zur Welt. Von der Geburt erholte sie sich diesmal nur schwer und langsam. Allerdings zeigte sie nach dem Tod der erstgeborenen Tochter nur noch wenig Interesse an Gisela und Rudolf. Sie musste auch dieses Kind der Schwiegermutter überlassen, die veranlasste, dass der Kronprinz schon von Kindesbeinen an eine militärische Ausbildung erhielt. Zur Routine zählte unter anderem, dass das Kind frühmorgens geweckt wurde, indem es ein Erzieher mit eiskaltem Wasser übergoss. Der sensible Rudolf litt sehr darunter. Elisabeth setzte sich dafür ein, diese Art der Ausbildung zu beenden, konnte sich jedoch zunächst nicht durchsetzen. 1889 nahm sich Rudolf gemeinsam mit seiner jungen Geliebten Mary Vetsera auf Schloss Mayerling das Leben. Dieser Schicksalsschlag traf Elisabeth schwer, von diesem Zeitpunkt an trug sie nur noch schwarz.

Ihr viertes und letztes Kind, ein Mädchen, brachte Elisabeth 1868 in Ofen (Ungarn) zur Welt. Das „ungarische Kind“ bekam den Namen Marie Valerie Mathilde Amalie. Im Gegensatz zu ihren älteren beiden Kindern kümmerte sich Elisabeth sehr intensiv um die kleine Erzherzogin und verbrachte so viel Zeit wie möglich mit ihr. In der Wiener Hofburg wurde Marie Valerie daher auch „die Einzige“ genannt. Gerüchteweise hieß es, dass nicht Franz Joseph, sondern der ungarische Graf Gyula Andrássy der Vater des Kindes sei. An der Vaterschaft Franz Josephs besteht allerdings kein Zweifel, nicht zuletzt weil Marie Valerie äußerlich und charakterlich dem Kaiser sehr ähnlich war. Zeitlebens verband Elisabeth mit ihrer jüngsten Tochter eine innige Beziehung. Marie Valerie begleitete ihre Mutter auf vielen Reisen und war auch frei in ihrer Wahl des Bräutigams. Es wird vermutet, dass Elisabeth dadurch aufholte, was sie bei den anderen Kindern meinte versäumt zu haben.


Sisis Reisen

Sommerpalast Achilleion im Neorenaissance-Stil

Sommerpalast Achilleion im Neorenaissance-Stil

Das Achilleion auf Korfu 2005

1860 litt Elisabeth unter starkem Husten. Den offiziellen Vorwand für die erneute Reise der Kaiserin, die Diagnose einer Lungenkrankheit und die Empfehlung einer Kur auf Madeira, nutzte sie zum Ausbruch aus dem Hofleben und zur ersten ihrer Auslandsreisen, die sie allein unternahm. Kaum in Wien zurück erlitt sie einen schweren Rückfall. Die Ärzte vermuteten „Lungenschwindsucht“. Dieses Mal fuhr die Kaiserin nach Korfu im Ionischen Meer. Die Insel gefiel ihr sehr, und später, zwischen 1889 und 1891, ließ sie dort ihr griechisches Schloss im pompejischen Stil erbauen, das Achilleion.

Die „Flucht“ vor dem Wiener Hof 1860/61 war der Anfang einer Odyssee, die sie bis zu ihrem Tod fortführen sollte. Neben Europa bereiste sie Kleinasien und Nordafrika, ab 1867 besonders häufig Ungarn, ihre Lieblingsinsel Korfu und Großbritannien. Sie reiste auch in die Türkei, um dort die von Schliemann entdeckten Reste des antiken Troja zu sehen.

Als Elisabeth nach fast zweijähriger Abwesenheit an den Wiener Hof zurückkehrte, war sie von einer als schüchtern und blass geltenden jungen Frau zu einer selbstbewussteren Monarchin geworden, die ihre Anmut durch Haltung in Szene setzte und Forderungen stellte. In dieser Zeit entstanden die Porträts von Franz Xaver Winterhalter. Das als am bekanntesten geltende ist das Gemälde aus dem Jahr 1865, das Elisabeth in Hofgala mit Diamantsternen im Haar vom Hofjuwelier A. E. Köchert zeigt.

Dennoch fühlte sich Elisabeth nie wohl bei Hofe in Wien und nutzte jede Gelegenheit, um der Etikette auszuweichen. Mit den Jahren war sie zunehmend abwesend. Die Zeitgenossin Fürstin Nora Fugger beschrieb die Kaiserin in ihrer Biographie: Die Repräsentationspflichten lasteten schwer auf der Kaiserin, die Diamantkrone drückte ihr Haupt. Jede prunkvolle Veranstaltung, jedes Hoffest war ihr ein Greuel. Es war auch immer etwas Gezwungenes in ihrem Wesen, wenn sie an den Hoffestlichkeiten teilnahm. […] Die Kaiserin entzog sich immer mehr der Gesellschaft, auch den Blicken des Volkes.

Franz Joseph hatte sich längst an die Abwesenheit seiner Frau gewöhnt. Um seine Einsamkeit zu lindern, arrangierte die Kaiserin 1885 die Bekanntschaft ihres Mannes mit der Schauspielerin Katharina Schratt. Schratt wurde fortan Ansprechpartnerin und Vertrauensperson des Kaisers. Diese Freundschaft wurde durch die Kaiserin vor jedem Skandal bewahrt und ausdrücklich gefördert. Auch nach Elisabeths Tod blieb die Freundschaft des Kaisers zu Katharina Schratt aufrechterhalten, jedoch wurde sie nie wieder so intensiv, wie sie zu Elisabeths Lebzeiten gewesen war, die diese Beziehung überwacht hatte.

Kaiser Franz Joseph genoss jeden seltenen Besuch Elisabeths bei Hof und blieb ihr zeitlebens mit großzügiger Nachsicht ergeben. Während sie durch Europa reiste, entstand zwischen dem Kaiserpaar ein umfangreicher Briefwechsel, der teilweise erhalten ist. Seitens des Kaisers wird vor allem seine Sorge um Gesundheit und Sicherheit Elisabeths deutlich. Er, der Schifffahrten nicht mochte, besuchte sie nie in ihrem Palast, dem Achilleion, sondern reiste meist in Zivil nach Cap Martin, einem der liebsten Aufenthaltsorte Elisabeths an der französischen Riviera. Gräfin Irma Sztáray berichtet vom harmonischen Beisammensein der Majestäten, von zahlreichen Ausflügen, Frühstücksessen in Hotels sowie einem Besuch Kaiser Franz Josephs im Casino von Monte Carlo.

In Abwesenheit des Kaisers setzte Kaiserin Elisabeth ihr gewohntes Leben fort: Stundenlange Gewaltmärsche in den abgelegensten Gegenden und tagelange Schifffahrten auf ihrer Jacht quer durch das Mittelmeer – selbst bei stürmischem Wetter. Dabei leisteten ihr vor allem ihre Hofdamen und griechischen Vorleser Gesellschaft, die sie mit Werken antiker Schriftsteller sowie französisch- und englischsprachiger Literatur unterhielten. Elisabeth nahm das Studium des Alt- und Neugriechischen sehr ernst und sprach Zeitgenossen zufolge besser Griechisch als alle deutschen Königinnen von Griechenland. Sie übersetzte unter anderem Theaterstücke wie jene von Shakespeare ins Neugriechische. Griechenland wurde laut Aussagen ihres Vorlesers Constantin Christomanos zur „Heimat ihrer Seele“.


Königin von Ungarn

Das ungarische Schloss Gödöllő

Das ungarische Schloss Gödöllö

Schloss Gödöllő

Zu den wenigen politischen Aktivitäten der Kaiserin gehörte der Ausgleich mit Ungarn, den sie Anfang 1867 gegen den Willen ihrer Schwiegermutter und großer Teile des Hofes energisch durchzusetzen wusste. Ungarn erhielt seine Verfassung von 1848 zurück und am 8. Juni 1867 wurden Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth in der Matthiaskirche in Budapest zu König und Königin von Ungarn gekrönt.

Das dem Königspaar anlässlich der Krönung vom ungarischen Volk geschenkte Schloss Gödöllő wurde in den folgenden Jahren ein beliebter Zufluchtsort der Kaiserin. Elisabeth lernte Ungarisch und wählte bevorzugt ungarische Hofdamen aus – so unter anderem Marie Festetics –, die am Wiener Hof wegen ihrer Herkunft abgelehnt wurden und isoliert blieben.

„Zweite Liebe“ Gyula

Der ungarische Graf Gyula Andrássy war wegen seiner Beteiligung an der ungarischen Revolution 1848 ins Exil verbannt worden. Nach einer Amnestie lernte er die Kaiserin 1866 bei einer Audienz kennen. In der Folge nahm Andrássy in Sisis Leben eine bedeutende Rolle ein und wurde zu ihrem engsten Freund und persönlichen Berater bis zu seinem Tod im Februar 1890.

Ihm und der Kaiserin wurde bald eine Affäre unterstellt, die aber bis heute nicht bewiesen ist. Elisabeth war keine Freundin der körperlichen Liebe und auch nicht bereit, ihren kaiserlichen Gemahl auf diese Weise zu verletzen. So verurteilte sie z.B. eine Affäre einer ihrer Schwestern scharf. Auch Gyula Andrássy war vermutlich zu sehr Politiker, als dass er seine Stellung durch eine Liebesbeziehung mit der Kaiserin gefährdet hätte.


Tod in Genf

Tod in Genf
Tod in Genf

Elisabeth weilte ab 16. Juli 1898 in Bad Nauheim, um ein Herzleiden durch eine Badekur zu kurieren. Die Kaiserin war schon lange magersüchtig gewesen und war körperlich sehr schwach. Jedoch verließ sie am 29. August fluchtartig ohne Gepäck und ohne Gefolge die Stadt. Nach einem kurzen Besuch in Homburg vor der Höhe reiste sie inkognito weiter an den Genfer See. Am 9. September 1898 langte sie in Genf an, wo sie einer Einladung der Familie Rothschild nachkam. In Begleitung ihrer Hofdame Irma Sztáray besuchte die Kaiserin die Baronin Julie Rothschild in ihrer Villa in Bellevue am Genfer See. Das Treffen verlief angenehm, die Damen unterhielten sich angeregt auf Französisch und auch beim Dinner hatte Elisabeth einen erstaunlich guten Appetit, während ein italienisches Orchester im Hintergrund spielte. Als sie schließlich die weltberühmte Orchideenzucht der Baronin besichtigten, gestand Elisabeth der Gastgeberin: „Je voudrais que mon âme s’envolât vers le ciel par une toute petite ouverture de mon coeur“ („Ich wünschte, meine Seele könnte durch eine ganz kleine Öffnung in meinem Herzen in den Himmel entgleiten“) – eine Anspielung, die von Gräfin Sztáray als Vorahnung gedeutet wurde. Als die Kaiserin in Begleitung von Irma Sztáray am nächsten Tag gegen 13.30 Uhr auf dem Weg vom Hotel Beau-Rivage zum Schiff war, mit dem sie nach Caux weiterreisen wollte, stürzte sich der italienische Anarchist Luigi Lucheni auf sie und stieß ihr eine von ihm selbst zugespitzte Feile ins Herz. Er hatte sich die Feile wenige Stunden zuvor besorgt. Der Einstich war so klein, dass er zunächst nicht bemerkt und für einen Faustschlag gehalten wurde. Die Kaiserin erhob sich wieder, bedankte sich bei allen Passanten, die zur Hilfe herbei geeilt waren, und unterhielt sich mit ihrer Hofdame Irma Sztáray über den Vorfall. Erst an Bord des Schiffes brach die Kaiserin endgültig zusammen. Ihre letzten Worte waren: „Aber was ist denn mit mir geschehen?“ Bald darauf starb sie im Hotel, in das sie zurückgebracht worden war.

Lucheni wollte nach eigener Aussage im Verhör ursprünglich den Prinzen Henri Philippe d’Orléans ermorden. Da dieser aber kurzfristig seine Reisepläne änderte und nicht in Genf eintraf, wählte Lucheni Elisabeth als sein Opfer, von deren Anwesenheit er zufällig in der Zeitung gelesen hatte, in der sie unter dem Titel Gräfin von Hohenems als Gast aufgeführt war.

Am 17. September fand die Beisetzung in der Wiener Kapuzinergruft statt. Elisabeths Sarkophag steht heute neben denen von Franz Joseph und Rudolf.


Reitsport

Sisi die sportliche Kaiserin

Sisi die sportliche Kaiserin

Elisabeth war von Jugend an eine ausgezeichnete und waghalsige Reiterin, die sämtliche Disziplinen im Damensattel beherrschte. In Wien unternahm sie regelmäßig Dressurübungen in der Spanischen Hofreitschule, in Ungarn folgten ausgedehnte schnelle Geländeritte und seit 1876 bereiste sie mehrmals England mit umfangreichem Gefolge und einer Auswahl ihrer besten Jagdpferde, um in Gesellschaft des damals berühmten Parforcereiters Bay Middleton an den englischen Fuchsjagden teilzunehmen.

Elisabeth wurde zu einer der berühmtesten Jagdreiterinnen ihrer Zeit. Noch heute ist sie als solche in England, Ungarn und Irland bekannt. Als Bay Middleton heiratete und sie nicht mehr auf den Jagden begleitete, gab Sissi, auch aufgrund von körperlichen Problemen, die Reitjagden auf, da es ihr ohne Middleton keinen Spaß mehr machte. Sämtliche Pferde wurden verkauft und ihre Ställe in den verschiedenen Ländern aufgegeben. Stattdessen veranstaltete sie Gewaltmärsche, die bis zu acht Stunden ausgedehnt wurden, zum Leidwesen der Hofdamen, die nun für den Dienst nach Gehfähigkeit ausgewählt wurden. Auch Fechten wurde ein Hobby der inzwischen 44-jährigen Kaiserin, zusätzlich zu der morgendlichen Gymnastik und den „Spaziergängen“.


Elisabeths Gedichte

Der sterbende Achill im Park des „Achilleion“, den Ernst Herter im Auftrag von Sisi schuf

Gedichte spielten eine sehr wichtige Rolle in Elisabeths Leben. Sie verfasste ein poetisches Tagebuch, und in schlechten Zeiten drückte sie ihre Gefühle in Gedichten aus. Dies empfahlen ihr die rumänische Königin, Prinzessin Elisabeth zu Wied (1843–1916) und ihre Lieblingstochter Marie Valerie. Zur rumänischen Königin, die selbst unter einem Pseudonym „Carmen Sylva“ dichtete, hielt die Kaiserin eine freundschaftliche Beziehung. Sie erklärte Elisabeth, Gedichte zu schreiben, sei ein guter Blitzableiter.

Elisabeth verehrte den zu dieser Zeit bereits gestorbenen Dichter Heinrich Heine (1797–1856) und orientierte sich an seiner Art, Gedichte zu schreiben. Die Verehrung ging über die übliche Liebe eines Literaturfreundes weit hinaus. Sie kannte lange Passagen von Heine auswendig und beschäftigte sich auch intensiv mit dem Leben des Dichters. Sie fühlte sich als seine Jüngerin und glaubte, der Meister diktiere ihr die Verse in die Feder. Einmal erzählte sie sogar ihrer Tochter Marie-Valerie, Heine wäre ihr im Traum erschienen. Aber sie verehrte auch die Ilias von Homer, was auch ihre Leidenschaft für das antike Griechenland und Achill erklärt. Im Park ihres Schlosses „Achilleion“ auf Korfu ließ sie 1891 ein Heine-Denkmal von Louis Hasselriis errichten. Das Dichten wurde für Elisabeth mit der Zeit zur Therapie.


Schönheitskult der Kaiserin

Kaiserin Elisabeth, Gemälde von Winterhalter. Die Existenz der zwei sogenannten „intimen“ Porträts war bis zum Ende der Monarchie öffentlich nicht bekannt, da sie im Arbeitszimmer des Kaisers hingen und nur für seine Augen bestimmt waren.

Dieses zweite Porträt der Kaiserin von Winterhalter war des Kaisers Lieblingsporträt und befindet sich gegenüber seinem Arbeitsschreibtisch (1864)

Männer und Frauen ihrer Zeit schwärmten von der Schönheit Elisabeths, waren aber ebenso angezogen von ihrer Anmut, Ausstrahlung und der geheimnisvollen Aura, die die Kaiserin umgab. Elisabeth gilt als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit und war sich dessen durchaus bewusst. Ihre Schönheitspflege nahm einen Großteil ihres Tagesablaufes ein. Besonders stolz war Elisabeth auf ihr dichtes Haar. Ihrer Zeit voraus verfolgte sie einen regelrechten Körperkult, trieb viel Sport und achtete sehr auf ihre Figur. Durch strenge Diäten und enge Korsetts brachte sie ihre Wespentaille (46 cm) in Form und wurde zu einer modischen Ikone. Im Gegensatz zu anderen Frauen ihrer Zeit lehnte Elisabeth starke Schminke oder Parfum strikt ab. Sie legte großen Wert auf Natürlichkeit und nur ihre Haarpracht wurde mit Duftessenzen besprüht.

Haarkult

Die Meisterin, die das kaiserliche Haar betreute, hieß Fanny (Franziska) Angerer (verh. Feifalik, später Hofrätin) und war Friseurin am Wiener Burgtheater. Dort waren der Kaiserin die phantasievollen Frisuren der Schauspielerinnen aufgefallen, und sie hatte die Friseurin kurzerhand abgeworben. Fanny Angerer war auch die Schöpferin der „Steckbrieffrisur“, die in der Familie der Kaiserin unter ihren Schwestern und an anderen europäischen Höfen kopiert wurde.

Das Waschen der Haare dauerte meist einen ganzen Tag und geschah etwa alle drei Wochen mit immer neuen Essenzen (bevorzugt Cognac und Ei). Elisabeth konnte jähzornig werden, wenn ihre Friseurin ihr einen Kamm mit ausgefallenen Haaren zeigte. Diese Haare wurden dann mit List an der Innenseite des Rockes der Friseurin mit Hilfe von Klebemittel versteckt. Sisi benutzte die Haarkünstlerin auch als Doppelgängerin, was allerdings nur im Ausland möglich war, wo man sie weniger gut kannte.

Elisabeth erhielt anlässlich ihrer Hochzeit ein Sternen-Diadem und funktionierte es für ihre Zwecke um. Die Sterne waren etwa 3,5 cm groß, gewölbt und üppig mit großen Diamanten besetzt, es gab sie mit zehn sowie zwölf Strahlen je Stern. Einige Sterne, die die Kaiserin an Hofdamen verschenkte, befinden sich bis heute im Besitz von deren Nachkommen.

Schlankheitswahn

Kaiserin Elisabeth mit ihrem Wolfshund, Fotografie von Rabending um 1869

Kaiserin Elisabeth aß relativ wenig. Mit Orangendiät, Eidiät, Milchdiät, gesalzenem rohem Eiweiß statt eines Mittagessens, und hin und wieder einem Veilcheneis[2] wollte sie ihr Körpergewicht konstant halten. Es war auch durchaus üblich, dass Elisabeth rohes Kalbfleisch auspressen ließ, um aus dem daraus gewonnenen Saft eine Brühe kochen zu lassen. Ihr Gewicht wurde dreimal täglich kontrolliert und in einer Liste eingetragen. Bei einer Körpergröße von 172 cm durften 50 kg nicht überschritten werden. Auch der Umfang von Taille, Schenkeln und Waden wurde genau gemessen. Die Schönheit der Kaiserin schwand und infolge der relativ starken Fastenkuren traten Hungerödeme auf. Elisabeth aß selten Konfekt, das sie beim k.u.k. Hoflieferanten Demel oder beim Café Sacher bestellte. Die Kalorien wurden danach sofort an den Turnringen abtrainiert. Um die Jugend ihres Gesichtes zu erhalten, legte sie sich über Nacht gepresstes Rindfleisch ins Gesicht. Das war zu dieser Zeit nichts Ungewöhnliches; viele Frauen griffen damals zu diesen Maßnahmen.

Aufgrund der Art der Diäten und des starken Einsatzes von Sport wird heutzutage angenommen, dass Elisabeth an einer Anorexia nervosa (Magersucht) gelitten habe. Hauptsächlich lässt sich dies aus den Beschreibungen ihrer Essgewohnheiten und daraus ableiten, dass sie fanatisch auf ihr Gewicht achtete, obgleich sie mit einem heute berechneten Body-Mass-Index von unter 17 bereits deutlich untergewichtig war. Berichte, nach denen Elisabeth durchaus auch gern gegessen haben soll und vor allem Süßigkeiten und deftige Speisen bevorzugte, können als glaubwürdig gelten, da Elisabeth ihre Lieblingsspeisen selten zu sich genommen haben soll und sie anschließend stundenlange Wanderungen und gymnastische Übungen unternahm. Sie hielt an einem zu geringen Körpergewicht fest.

Trotz Zeiten, in denen sie sich normal ernährte, bleiben doch die überlieferten und nach heutiger Sicht eindeutig psychisch auffälligen Verhaltensweisen. Zu den Zeiten, in denen sie fast jegliche Nahrungsaufnahme verweigerte, zeigten sich auch Anzeichen von Depressionen. Dies wird besonders für die ersten Ehejahre und die Jahre nach dem Selbstmord ihres Sohnes angenommen. Zu anderen Zeiten soll sie auch gut und viel gegessen haben. Während ihres Jagdaufenthaltes in England 1878 ließ die Kaiserin ihrer besten Freundin Ida Ferenczy über ihre Hofdame Marie Festetics in einem Brief vom 30. Januar ausrichten, „dass sie jetzt riesigen Appetit hat und derart viel isst, dass sie wie ein Boa Constrictor am Sofa liegt“. Die Beschreibung ihres Verhaltens kann einer Essstörung zugeordnet werden.

Der Sport

Um ihre Figur zu erhalten und wegen ihrer inneren Unruhe unternahm sie täglich kilometerlange Gewaltmärsche im Eiltempo, bei denen ihre Hofdamen regelmäßig kaum mithalten konnten. Außerdem gab es in jedem ihrer Domizile Turnzimmer mit verschiedenen Geräten, mit Ringen, Reck und Hantel. In den Räumlichkeiten der Wiener Hofburg sind die Turngeräte auch heute noch zu besichtigen.

Kuraufenthalte

Zur Heilung ihrer Magersucht verbrachte Elisabeth zahllose Kuraufenthalte in den bekanntesten europäischen Kurorten. So war sie beispielsweise allein sechs Mal im bayerischen Staatsbad Bad Kissingen. Das erste Mal kam sie schon 1862 als 24-Jährige am 2. Juni 1862 nach Bad Kissingen, im Juni 1863 und Juni 1864, dem Jahr der so genannten „Kaiserkur“, zwei weitere Male. Weitere Male kam sie im Juli 1865, im Mai 1897 und schließlich kurz vor ihrer Ermordung im April 1898 zum letzten Mal. Beim letzten Mal wohnte sie in der „Villa Monbijou“ am Altenberg. Bei allen Kuraufenthalten nutzte sie das Pseudonym „Gräfin von Hohenembs“, weshalb ihre wahre Identität im Kurort durchaus bekannt war. Das Pseudonym diente ihr nur, um dem offiziellen Protokoll entfliehen und gewissermaßen als private Person auftreten zu können. Bei ihrer Ankunft im Jahr 1862 wurde die Kaiserin begleitet von Generalmajor Alfred Graf von Königsegg-Aulendorf (1817-1898) und seiner Ehefrau Pauline, Obersthofmeisterin der Kaiserin, Hofrat und Obermedizinalrat Dr. Heinrich Fischer (1814-1874), Caroline Gräfin von Hunyady (1836-1907), Sisis Hofdame und Tochter des Ersten Obersthofmeister Josef Graf von Hunyady (1801-1869), sowie von Hoffräuleins, Hausoffizieren und Dienerschaft aus Wien (25 Personen). Sie logierte damals im Hotel „Carl von Hess“ an der Kurpromenade. Bei ihrem Kuraufenthalt 1864 begleiteten sie des Kaisers Generaladjutant Franz Graf Folliot de Crenneville, Generalmajor Alfred Graf von Königsegg-Aulendorf und seine Ehefrau Pauline, Obersthofmeister Prinz Constantin zu Hohenlohe-Schillingsfürst, Sisis Schwester Fürstin Helene von Thurn und Taxis, Caroline Gräfin von Hunyady, Kammerfrauen, Hausoffiziere und Dienerschaft aus Wien (49 Personen). Das Kaiserpaar logierte wieder im Hotel „Carl von Hess“. Ihr Bad Kissinger Kurarzt war Dr. Alfred Sotier, dem sie dermaßen vertraute, dass sie sich dessen Rezepturen in andere Kurorte für dortige Apotheker zuschicken ließ.


Quelle: Wikipedia  herzlichen Dank.

Informationen und Links:

Links

Bernadette – sissi.startpagina.nlBernadette: sissi.startpagina.nl. Umfangreiche Link- und Materialsammlung (niederländisch) zu Elisabeth von Österreich-Ungarn. (Link aufrufen)

Fuenfseenland.de – Elisabeth Sisi die schöne KaiserinFuenfseenland.de: Elisabeth (Sisi) die schöne Kaiserin. Schön gestaltete, ausführliche Biografie. (Link aufrufen)

Hofburg WienHofburg Wien. Die Hofburg beherbert unter anderem das Sisi-Museum. (Link aufrufen)

Internet Movie Database – Elisabeth von Österreich-UngarnInternet Movie Database: Elisabeth von Österreich-Ungarn. Filme. (Link aufrufen)

Kaiserin und Königin ElisabethKaiserin und Königin Elisabeth. Biografische Zeittafel. PDF-Datei, 2 Seiten. (Link aufrufen)

Katalog der Deutschen Nationalbibliothek – Elisabeth <ÖsterreichKatalog der Deutschen Nationalbibliothek: Elisabeth <Österreich, Kaiserin>. Bücher und Medien. (Link aufrufen)

ÖNB/ANNO (AustriaN Newspaper Online) – Zeitungen vom 11ÖNB/ANNO (AustriaN Newspaper Online): Zeitungen vom 11. September 1898. Österreichische Nationalbibliothek. (Link aufrufen)

Strauß – Stammbaum der Kaiserin ElisabethStrauß, Nadine: Stammbaum der Kaiserin Elisabeth von Österreich. PDF-Datei. (Link aufrufen)

Traueranzeige Elisabeth Amalie Eugenie HerzoginTraueranzeige Elisabeth Amalie Eugenie Herzogin in Bayern (Link aufrufen)

wien-vienna.at – Sisiwien-vienna.at: Sisi – Sissi – Kaiserin Elisabeth. Umfangreicher biografischer Text, Bilder, weiterführende Links. (Link aufrufen)

Wikipedia – Elisabeth von Österreich-UngarnWikipedia: Elisabeth von Österreich-Ungarn (Link aufrufen)


Musik: Wenn die Maske Fällt von Alessandro Cipriano

Filme: Trilogie „Sissi“ bei     Bücher.d  Amazon

Sissi Trilogie
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